1/11 – Hai-Alarm

„Wer Angst vor einem Tier hat, wird in dessen Verhalten immer nur das Bedrohliche sehen!“ Treffender als mit diesem Ausspruch des Nobelpreisträgers Bertrand Russel kann man das Verhältnis zwischen Hai und Mensch nicht beschreiben.

Leider wissen die meisten Menschen viel zu wenig über Haie. Hoch spannend beschreibt Hans Hass in seinen Büchern Begegnungen mit Haien. Schon in den 1970er Jahren veröffentlichte er mit Irenäus Eibl-Eibesfeldt ein Fachbuch, wie Haie wirklich sind, und räumte mit den „mörderischen“ Vorurteilen auf.

Doch „Der weiße Hai“ und zig Nachahmer-Filme haben diesem Großfisch traurige Berühmtheit als menschenfressendes Monster zugeteilt – denn Angst verkauft sich nun mal.

Jährlich werden mehr Leute vom Blitz erschlagen als von Haien angeknabbert. Jüngste Berichte von Haiattacken im Roten Meer zeigen ein völlig untypisches Verhalten der Tiere, wohl verursacht durch Anfütterung zwecks Touristenattraktion. Haie sind intelligent und lernfähig, weiters meiden sie Menschen und Lärm.

Faszinierend sind diese eleganten Jäger: es gibt über 400 Arten, von 20 Zentimetern bis zu 14 Metern Körperlänge, wobei die zwei größten Vertreter, der Walhai und der Riesenhai, sich ausschließlich von Plankton ernähren. Etwa die Hälfte aller Haiarten erreicht eine Köperlänge von max. einem Meter.

Haie haben – neben ausgezeichnetem Sehvermögen und Geruchssinn (sie können Blut noch in milliardenfacher Verdünnung wahrnehmen) zusätzliche Sinne. Das Seitenlinienorgan dient wie bei allen Fischen dazu, kleinste Schwingungen und Druckunterschiede im Wasser wahrzunehmen. Weiters könne Haie mit den „Lorenzinischen Ampullen“ elektrische Felder orten, die andere Lebenwesen durch Muskelbewegungen, Herzschlag oder Hirnströme erzeugen. Sie sind selbst gegenüber dem Magnetfeld der Erde empfindlich, was zum Navigieren über weite Strecken befähigt.

Seit Menschengedenken finden Begegnungen zwischen Mensch und Hai statt, über 10.000 Jahre alte Höhlenzeichnungen in Australien zeugen davon. Selbst die griechischen Philosophen der Antike beschäftigten sich mit dem Hai und seiner Lebensweise. Wie damals so auch heute erregen Haie die Gemüter. Für die einen pure Faszination, für andere das Grauen schlechthin.

Wer – was selten genug vorkommt – wie unsere Karin, Monika oder Apollonia beim Tauchen mit erleben durfte, wenn ein Hai majestätisch seine Runden zieht, weiß, dass diese wahrlich die Könige der Meere sind.

Leider gilt: wenn sich wer fürchtet muss, dann der Hai vor uns Menschen. Die Bestände sind äußerst bedroht. Jährlich werden um die 100.000 Millionen Haie getötet, meist nur als Beifang der industriellen Fischereiflotten und oft vor der Geschlechtsreife. Daher sind heute schon rund 100 Haiarten vom Aussterben bedroht.

Für die in Asien sehr beliebte Haifischflossensuppe werden bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten und die Haie wieder ins Meer geworfen, wo sie elendiglich sterben.

Haie sind (über)lebensnotwendig für das ökologische Gleichgewicht des Meeres. Ein Korallenriff, in dem alle Haie abgefischt wurden, ist in nur einem Jahr tot. Ohne Hai stirbt das Meer. Ohne Meer stirbt aber der Mensch.

Im Steuerbüro Dr. Schönfelder verzichten wir auf Schillerlocken und Hai-Filet – es gibt wahrlich genug anderes Schmackhaftes zu essen.

Mehr Infos zu Haien: www.sharkproject.org

12/10 – Am Christkindlmarkt

Weihnachten naht. Was gibt es Schöneres zur Einstimmung als einen Besuch am Klagenfurter Christkindlmarkt.

Verschneit präsentiert sich der mächtige  Weihnachtsbaum vorm Rathaus und auch der Lindwurm hat ein weißes Hauberl aus Schnee.

Knallrot leuchten die kandierten Äpfel, Lebkuchen und Kokosbusserl laden zum Reinbeißen ein. Es duftet nach Weihrauch, aber auch nach Punsch. Echte Schafe kuscheln im Heu, und die Christkindl-Lokomotive wird von kleinen Lausern wie Carlo belagert. Alte Weihnachtslieder erklingen, recht vielfältig ist die Pflege von Brauchtum und alten Handwerkszünften.

Ein wahrer Blickfang die überlebensgroßen Krippenfiguren, handgeschnitzt von Ernst Pfleger. Man kann ihm beim Schnitzen zuschauen, erstaunlich, wie sich aus einem einfachen Block Holz Formen und Proportionen langsam herausschälen. In Zeiten von Plastikkitsch ein echter Genuss. Aber auch höchst interessante Kappen, Kilttaschen und andere Unikate aus Holz und Leder finden sich da.

Überhaupt ist es erfreulich, abseits der großen Geschäfte an den mannigfaltigen Holzhütten vorbeizuschlendern und vielerlei handgefertigte Einzelstücke, Schnitzereien, Christbaumschmuck und Ähnliches zu finden.

Man trifft viele Bekannte, denn gerne wird der Chistkindlmarkt von Klagenfurtern nach der Arbeit noch auf einen kurzen Plausch mit Punsch aufgesucht.

Und so wünscht Ihnen das ganze Steuerbüro Dr. Schönfelder einen fröhlichen, aber auch besinnlichen Advent und gesegnete Weihnachten 2010!

11/10 – Herbst auf der Alm

Es ist wieder Herbst.
Zeit der Ernte, Zeit der Früchte.
Zeit der Stürme und der fallenden Blätter.

Apollonia, Bernhard und Carlo trafen sich bei Freunden hoch oben auf der Alm.

Maroni brutzelten am offenen Feuer und der Sturm perlte in den Gläsern.

Ein wahrlich berauschender Anblick bot sich dar, golden und rot zeigte sich der Wald in seinem Prachtgewand. Die Gipfel der umliegenden Berge waren schon vom ersten Schnee angezuckert und leuchteten klar im herbstlichen Licht, während im Tale drunten grauer Nebel wogte.

Sie steht nun schon sehr tief, unsere Sonne, in Kuhlen und Nordhängen bleibt der Schnee bereits liegen. Carlo fand das höchst interessant – und auch schmackhaft.

So lasst uns denn – jeder auf seine Art – die Früchte des Herbstes und die letzten lauen Tage genießen; denn  in den leichten Windböen ist schon der herannahende Winter mit seinem unerbittlichem Frost zu erahnen ….

10/10 – Am Rummelplatz

Die Herbstmesse in Klagenfurt, mittlerweile die 77. in Folge, ist jedes Jahr wieder ein Ereignis, auch für die Mitarbeiter des Steuerbüros Dr. Schönfelder. Man sieht Neues, findet Altes, trifft Freunde und lang vergessene Bekannte.

Vor allem der Vergnügungspark hatte es dem „Juniorchef“ Carlo ganz besonders angetan, er war vom Zug und den Kinderkarussellen der Schaustellerfamilie Rabensteiner nicht mehr wegzukriegen und probierte jedes einzelne Gefährt des Öfteren aus.

Der Ursulamarkt in ein paar Wochen ist somit wohl der nächste Pflichttermin. Dieser traditionelle Markt um den Tag der Hl. Ursula Ende Oktober ist schon über 700 Jahre alt und damit Kärntens ältester Krämermarkt.

Eine Woche vorher wird Carlo aber wohl auch – wie fast jeder Lavanttaler – den Kolomonimarkt in Wolfsberg heimsuchen; für Prechtl´s Kinder-Autodrom dort ist er leider heuer noch zu klein.

Das Steuerbüro Dr. Schönfelder wünscht auch Ihnen viel Vergnügen, sollten Sie einen der vielen Märkte und Messen besuchen, die im Herbst in den Regionen Kärntens stattfinden.

„Jetzt kimmt da Kolmoni, und gor ka Geld hon i!“

9/10 – Schwammerlzeit

Längst ist sie wieder da, die Schwammerlzeit, wenn beim Pirschen durch Wald und Flur einen die Pilze   hinter Gräsern und Büschen anlachen. Da unter der großen Eiche, dicke Steinpilze, dort prunkt ein mächtiger Parasol, links ein Hexenring von Eierschwammerl.

Es gibt allein in Mitteleuropa einige hundert Arten von Speisepilzen, von denen aber nur ein paar Dutzend bekannt sind und verspeist werden können.

Pilze sind eiweiß- und mineralstoffreich, haben leider aber auch die Tendenz, Schwermetalle verstärkt anzureichern. Der Schwermetallgehalt von Pilzen kann, je nach Lage, durch Industrie und insbesondere durch radioaktive Isotope (aus Reaktorunfällen) extrem hoch und gesundheitsschädlich sein.

Geschmacklich ist bei Pilzen so ziemlich jede Nuance vertreten, von würzig bis bitter, von mild bis langweilig.

Man kann sie schmoren oder kochen, panieren oder braten, eine Legende ist das Schwammerlgulasch zum Had’nsterz. Aber auch getrocknet schmecken einige Sorten ganz hervorragend, insbesondere der Steinpilz entwickelt dadurch ein noch intensiveres Aroma.

Versuchen Sie einmal ein Steinpilzcarpaccio: Den rohen Steinpilz in dünne Scheiben schneiden, auf einen Teller legen, mit Salz, Pfeffer, Olivenöl und Balsamico würzen. Toast dazu und wohl bekommt´s.

Es gibt keine allgemein gültige Regel zur Unterscheidung von giftigen und Speisepilzen, genaue Kenntnis über ihr Aussehen sind unabdingbar. Des weiteren zeigte sich, dass einige Pilze, die noch vor ein paar Jahrzehnten als Speisepilze galten, sich mittlerweile als giftig herausgestellt haben (z.B. der Trichterling oder der Grünling). Bei der Bestimmung sollte also auf aktuelles Wissen und Bücher zurückgegriffen werden.

Sollten Sie versehentlich giftige Pilze zu sich genommen hat, empfehlen wir, den Giftnotruf unter 01 – 406 43 43 zu wählen.

In Kärnten dürfen laut Pilzverordnung Schwammerl nur vom 15. Juni bis 30. September von 7 bis 18 Uhr und nur in einer Gesamtmenge von höchstens zwei Kilogramm pro Person und Tag gesammelt werden.

Das soll die Pilzmyzele und vor allem die Waldbewohner schützen, die das angestammte Recht haben, dort zu leben und von seinen Früchten zu schmausen – Rehe und Konsorten.

Denken Sie daran, wenn sie im Wald unterwegs sind und Schwammerl klauben; sie sind nur zu Besuch in einer fremden Welt, verhalten sie sich ruhig; und auch wenn sie die Rehgeiß mit ihren ein zwei Kitzen nicht sehen oder die vielen anderen Waldbewohner, diese sind da und sehen und hören sie sehr wohl.

Lassen Sie sich ihre Pilze schmecken, das Steuerbüro Dr. Schönfelder hofft, dass Sie keine narrische Schwammerln erwischen.

8/10 – Seit 40 Jahren Steuerberaterin

Ende Juli 1970, vor genau 40 Jahren, wurde Senior Chefin Gertrud Schönfelder zur Steuerberaterin angelobt. All diese Jahrzehnte hinweg hat sie ihre Klienten persönlich begleitet und ihre unternehmerischen Höhen und Tiefen miterlebt, kennt Kinder und Enkel, von denen manche nun selbst den (groß)elterlichen Betrieb leiten.

Viel hat sich steuerlich getan in diesen Jahrzehnten; 1-Schilling-Bilanzen und alte Fachbücher über die Allphasen-Umsatzsteuer finden sich noch in den Tiefen unseres Archivs. Bis heute hat Gertrud die steuerlichen Änderungen und Wandlungen mitgemacht, erlernt und zum Wohle ihrer Klienten eingesetzt.

Wir alle wünschen unserer Gerti zum 40 jährigen Steuerberater-Jubiläum von Herzen alles Gute! Dass ihr diese Arbeit Freude machte und noch immer macht, liegt wohl auf der Hand.

7/10 – Die Schafhütte

Endlich Sommer!

Doch oft drückend schwül sind die Tage im Büro – was gibt es da Besseres, als der Hitze die Alm hinauf zu entfliehen und der Schafhütte auf der Koralm einen Besuch abzustatten.

Eigentlich heißt sie ja Grillitschhütte, denn schon seit über 200 Jahren ist die Rassing mit der Schafalm im Besitz der Familie Grillitsch / Gut Grafenhof.

Im Jahre 1845 erbaute Franz Vinzenz Grillitsch für seine Frau Katharina den heutigen steinernen Rundbau. Der Kalk dafür wurde in der Hainzhub’n gewonnen und gebrannt und mit Eseln und Maultieren zur Schafhütte hinaufgetragen.

Auf seinen Reisen in den französisch-schweizerischen Alpen lernte Franz die dort üblichen, aus roh aufgeschichteten Steinen errichteten Hirtenhütten kennen, denen ob ihrer runden Bauform ein Sturm auch auf einer freien Hochgebirgsfläche nur wenig anhaben konnte.

Gut möglich, dass er deshalb auch für die Schafhütte diese runde Bauform, bloß in wesentlich größerem Stil, gewählt hat.

Die Schafhütte wurde nach Fertigstellung von der Hainzhub’n und der Rauschhub’n gemeinsam mitbewirtschaftet. Frischer Käse, Butter und Milch wurden regelmäßig zum Grafenhof gebracht; neben den Kühen weideten auch bis zu 200 Schafe die Alm.

Von Anfang an war die Grillitschhütte für Wanderer offen und diesen oft ein willkommener Schutz im Hochgebirge, wo das Wetter sehr schnell umschlagen kann.

Die Pächter der Grillitschhütte sind mittlerweile auch schon seit drei Generationen aus der selben Familie. Adele und Norbert Taferner verwöhnen den müden Bergwanderer mit ihren bodenständig schmackhaften Speisen. Legendär auch der Schilcherspritzer – die Schafhütte liegt ja nur knapp an der kärntnerisch-steirischen Grenze.

In alter Zeit war es nämlich verboten, steirischen Wein nach Kärnten zu liefern (wohl weil die „Rabiat-Perle“ aus Direktträgertrauben gekeltert wird); ausgenommen war nur der Messwein – der hatte Dispens!

Und selbstverständlich wurde daher der Wein über die Alm geschmuggelt; wurde bei den sogenannten „Weinöfen“ versteckt und nächtens von durstigen Kärntnern abgeholt.

Der derzeitige Besitzer Norbert Grillitsch, der sechste in direkter Nachfolge, beauftragte 1996 den Lavanttaler Künstler Karl Schüssler mit der künstlerischen Gestaltung der Innendecke. Dieser schuf mit der „Apokalypse“ ein sehenswertes Fresco in der Schafhütte.

Am einfachsten gelangt man zur Schafhütte über die Weinebene in einer zirka einstündigen Wanderung; anspruchsvoller kann man auch über das Koralmschutzhaus und die „Goldhauben“ dorthin gelangen.

Vielleicht treffen wir uns ja zum Kirchtag am 15. August auf einen Schilcherspritzer auf der Schafhütte.

6/10 – Istrien

Die heurigen Eismänner kamen stürmisch und dauerten lange, und so entflohen Apollonia mit ihrer Familie und Freunde dem feuchtkalten Wetter und verbrachten ein paar Tage auf der Halbinsel Istriens – übrigens die größte an der nördlichen Adria. Der Name Istrien kommt vom illyrischen Histria, deren Bewohner in der Antike als verwegene Seeräuber berühmt und berüchtigt waren.

Die Bevölkerung Istriens lebt hauptsächlich entlang der Küste, das Landesinnere ist nur dünn besiedelt. Sie besteht mehrheitlich aus Kroaten, Italienern und Slowenen, aber auch aus Istrianern – das Istrorumänische wird noch in einigen Ortschaften im nordöstlichen Gebirge gesprochen.

Das nördliche und mittlere Istrien ist eine hügelige Gegend, deren Orte meist markant auf den Hügelkuppen liegen, was der Landschaft einen ihr eigenen Reiz verleiht; so z.B. auch Hum, die kleinste Stadt der Welt. Nur 23 Einwohner leben in Hum, das mit seinem mittelalterlichen Stadtbild verzaubert und seit zehn Jahrhunderten unverändert geblieben ist.

Der Fremdenverkehr hat in Istrien eine lange Tradition und geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die wunderschönen Küstenstädte bezaubern mit ihrem venezianischen Flair und laden zu einem Spaziergang entlang der Promenade. Beeindruckend die Marinas mit ihren Segeljachten in allen nur vorstellbaren Größen.

Und so genossen Apollonia und die Ihren das tiefblaue Meer, den Duft von Pinien und das Klagen der Nachtigall, und ließen sich die dortigen hervorragend gekelterten Weine, Fisch- und Trüffelgerichte sowie die heimischen Pilzspezialitäten munden.

Das Steuerbüro Dr. Schönfelder hofft, auch Sie haben den Eismännern heuer ein Schnippchen geschlagen und wünscht noch einen sonnigen Frühling.

5/10 – Der älteste Jungjäger

Jährlich im Frühjahr findet im Schloss Magaregg bei Klagenfurt die Kärntner Jagdprüfung statt. Langwierig ist die Vorbereitung zur „grünen Matura“, fast ein Jahr dauern allein die Kurse.

Umso beachtlicher, dass Mag. Kurt Schönfelder sich mit seinen fast 75 Jahren diesen Aufwand angetan und die Jagdprüfung abgelegt hat.

Umgangreich waren seine Lerngebiete:

Die Kenntnisse der Gesetze – Jagd-, Waffen- und Naturschutzgesetz sowie die vielfältigen Verordnungen zum Pflanzen- und Tierschutz des Landes Kärnten – waren selbstverständlich Grundvoraussetzung.

In der Wildkunde und Wildökologie erfuhr Kurt alles über Gattungen, Habitate, Lebensweise, Fortpflanzung und Krankheiten von unseren heimischen Wildtieren:

Das Rot-, Reh- und Gamswild, aber auch die Steinböcke, Mufflone und Damhirschen wurden erarbeitet, die Wildschweine, alle Hasen und Nager, Raubtiere wie Fuchs, Dachs, Marder, Iltis und Wiesel, und natürlich auch die riesige Gruppe des Federwildes, all die Wildenten, Wildgänse, Säger, Taucher, Stelz- und Reihervögel, die Raufuß- und die Feldhühner, die Rabenvögel, die Tauben, Drosseln, Spechte, alle Arten von Taggreifvögeln und Eulen…

Rauschchaos in einer Schwarzwildrotte? Schnepfendreck, Lippengrind und Moderhinke, Sturzmauser, Himmelsziege und Sonnenbalz, Luderschacht, Dachsabort und Ausneuen, Burgfrieden und Brudermord, Wurdlfedern, Balzrosen und Trappenbart, Rauschzeit, Ranzzeit, Rauhzeit, Reihzeit, Bärzeit, Blattzeit, Brunft … endlos ist die Liste  ….

Hand in Hand geht damit natürlich das Wissen um die Ökologie, das komplexe Zusammenwirken und labile Gleichgewicht der Biotope, die Wichtigkeit von morschen Bäumen, Käfer, Bienen, Insekten, Ameisenpuppen und Kleinstlebewesen. Denn alles ist voneinander abhängig. Daher musste Kurt auch die Grundzüge der Land- und Forstwirtschaft wissen: Worauf muss man bei  einem Forst achten und was kann man für eine gute Entwicklung des Waldes und Wildes tun? Wie verhindert man eine Schwarzbrache? Welches Saatgut nimmt man für eine Böschungsbegrünung? Alle unsere Bäume, Sträucher und Pflanzen musste er auf Grund von vorgelegten Zweigen, Blättern oder Früchten erkennen und können. Jagdbetrieb, die Hege des Wildes, Anlegen von Hecken und Schütten, Wildäckern, Remisen, etc., all die Maßnahmen, dass sich auch Hase und Reh erfreun.

Fast eine Selbstverständlichkeit ist natürlich das genaue Wissen um den treuesten Freund des Menschen, des Hundes: Jagdhunderassen, Merkmale, Verwendung, Zucht, Pflege, Krankheiten, Unterbringung, Ernährung und vor allem der richtige Umgang mit unseren Lumpis.

Auch über Waffen musste Kurt Bescheid wissen; nicht nur Aufbau, Technik und Arten, vor allem der sichere Umgang mit Büchse und Flinte wurde unterrichtet. Die Büchsenmacher HTL in Ferlach – übrigens die einzige in ganz Europa – stellt die Lehrer; eine alte Handwerkszunft gepaart mit höchstem technischen Können, wir Kärntner können wahrlich stolz auf unsere „Ferlacher“ sein.

Wildfleisch ist nicht nur ein schmackhaftes Fleisch, es ist vor allem ein gesundes, denn unserer Wild lebt frei und nicht gefangen in Ställen und Käfigen und wird nicht mit Antibiotika oder Wachstumsbeschleunigern vollgespritzt; immer mehr Menschen schätzen diese Qualität. Wissen um die Wildbrethygiene steht an oberster Stelle!

Man glaubt gar nicht, wie vielfältig unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt ist, und wie bedroht sie leider durch Monokulturen, aber auch Zersiedelung und ständige Störungen durch den Menschen ist. Als Städter verliert man leider allzu leicht den Bezug zur Natur.

Anstrengend und langwierig ist die Jagdprüfung in Kärnten, aber hochinteressant und wissenswert.

Das Steuerbüro Dr. Schönfelder gratuliert dem ältesten Jungjäger Kurt aufs Herzlichste mit einem kräftigen Waidmannsheil!

 

4/10 – In der Präsidentschaftskanzlei

Zur bevorstehenden Bundespräsidentenwahl werden Erinnerungen wach. Vor zirka ein einhalb Jahren waren Kurt und Seniorchefin Gertrud in der Präsidentschaftskanzlei am Ballhausplatz geladen.

Der Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten liegt seit 1946 im Leopoldinischen Trakt der Wiener Hofburg – benannt nach seinem Erbauer, Kaiser Leopold I. Dessen Enkelin, Maria Theresia, wählte sich diesen Burgflügel als Wohnsitz.

Über die Adlerstiege betritt man zunächst die zwei Bellariazimmer, in denen große Gemälde dominieren. Im ersten erblickt man Kaiser Leopold I, seine Gattin Margarita Teresa von Spanien und deren Sohn Kaiser Karl VI, im zweiten Maria Theresia und ihren Gemahl Franz I. Schließlich betritt man das Rosenzimmer, das als Hauptschmuck die sog. kaiserliche Vorstellungsuhr enthält – eine der schönsten Prunkuhren des Barock, mannshoch.

Der eigentliche Repräsentationsraum ist das Pietra-dura-Zimmer, dessen Wände mosaikartige Bilder aus geschnittenen Halbedelsteinen schmücken; die Sammlung ist mit Abstand die größte der Welt. Diese Technik des Florentiner Mosaiks wurde im 16. Jahrhundert in den Hofwerkstätten der Medici in Florenz entwickelt. Selbst die Schränke und Tische dieses Zimmers sind Florentiner Pietra-dura-Arbeit. Eine wahre Pracht.

Es folgen der Spiegelsaal und das Miniaturenkabinett. Im Maria-Theresien-Zimmer besticht eine hohe astronomische Standuhr aus Schildpatt, getriebenem Silber und geätzten Goldplättchen. An diesem Beispiel höchster Handwerkskunst kann man die Mondphasen, Sonnenstand, geographische Zeitunterschiede, ja sogar den Tagesheiligen ablesen. Damit die Kaiserin vom Bett aus die Zeit im gegenüber liegenden großen Spiegel ablesen konnte, ist das Ziffernblatt der Ortszeit verkehrt herum angeordnet und die Zeiger bewegen sich gegen den Uhrzeigersinn. Wenn man die damaligen großen Prunkbetten mit schweren dicken Samtbaldachins und -vorhängen bedenkt, äußerst praktisch.

Die anschließenden Räume der Hofseite des Leopoldinischen Traktes gehörten nicht mehr zur Wohnung Maria Theresias. Das mit grünem Stoff bespannte Jagdzimmer findet als Konferenzzimmer der Präsidentschaftskanzlei Verwendung. Nach dem Blauen folgt der Grüne Salon, der nun dem amtierenden Bundespräsidenten wie einst Josef II. als Arbeitszimmer dient – möge dessen Geist ihn beseelen!

Am Westende des Leopoldinischen Traktes erwartet den Besucher schließlich noch eine letzte Überraschung. Man öffnet eine vermeintliche Schranktüre und blickt hinab in die Josefskapelle, über mehrere Stockwerke hoch. Selbst nur wenige Wiener wissen von deren Existenz.

Alles in allem ein hochinteressanter Besuch, der über die österreichische und vor allem habsburgerische Geschichte lebendiges Zeugnis ablegt und das Herz unseres Historikers Kurt höher schlagen ließ.

Die Prunkräume des Steuerbüros Dr. Schönfelder bestehen allerdings aus Wänden voll mit Kodizes über das österreichische Steuerrecht – bei weitem nicht so schön, aber wertvoll für Ihre Steuererklärung.